IHK Prüfungsfragen Taxi & Mietwagen – Fragetypen, Beispiele & Lösungslogik
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📖 Lesezeit: ca. 11 Minuten | Stand: Februar 2026 | Autor: Mehmet Uzun, Kraftverkehrsmeister (IHK) | IHK-Seminartrainer | verkehrsleiter-eu-lizenz-seminare.de
IHK Prüfungsfragen Taxi & Mietwagen – Fragetypen, Beispiele & Lösungslogik
Die Fachkundeprüfung für den Taxi- und Mietwagenverkehr besteht aus 50 Fragen plus einer Fahrzeugkostenrechnung – verteilt auf zwei schriftliche Teile. Wer die Prüfung bestehen will, muss nicht nur den Stoff beherrschen, sondern auch die Fragetypen und ihre Logik kennen.
In diesem Artikel zeige ich dir, welche Frageformate dich erwarten, wie die IHK typischerweise fragt und welche Lösungsstrategien für jeden Fragetyp funktionieren. Mit konkreten Beispielen aus den prüfungsrelevanten Sachgebieten – damit du am Prüfungstag genau weißt, was auf dich zukommt.
Den grundsätzlichen Prüfungsaufbau, die Bestehensregelung und alle Sachgebiete findest du im Überblicksartikel IHK Fachkundeprüfung Taxi & Mietwagen – Aufbau, Inhalte & Vorbereitung.
Inhaltsverzeichnis
1. Prüfungsstruktur im Überblick
2. Multiple-Choice-Fragen – Strategie & Beispiele
3. Offene Fragen – worauf die IHK achtet
4. Die Fahrzeugkostenrechnung – Aufbau & Beispiel
5. Welche Sachgebiete kommen besonders häufig vor?
Prüfungsstruktur im Überblick
Bevor wir in die einzelnen Fragetypen einsteigen, hier die Gesamtstruktur als Orientierung:
| Prüfungsteil | Inhalt | Dauer | Gewichtung |
|---|---|---|---|
| Teil 1 | 35 Fragen (MC + offene Fragen) | 60 Min. | 60 % |
| Teil 2 | 15 Fachfragen + 1 Fahrzeugkostenrechnung | 60 Min. | 40 % |
Die drei Fragetypen – Multiple Choice, offene Fragen und Fahrzeugkostenrechnung – kommen in unterschiedlicher Verteilung vor. In Teil 1 dominieren MC-Fragen, ergänzt durch offene Fragen. In Teil 2 sind die 15 Fachfragen überwiegend offene Fragen und Fallstudien, und die Kostenrechnung bildet den rechnerischen Schwerpunkt.
Multiple-Choice-Fragen – Strategie & Beispiele
Multiple-Choice-Fragen bilden den größten Anteil in Teil 1. Die IHK verwendet verschiedene MC-Varianten – von einfachen Wissensfragen bis zu Aussagen, bei denen du mehrere richtige Antworten erkennen musst.
Beispiel 1: Einfache Wissensfrage (PBefG)
Frage: Welche Pflicht gilt für den Taxiverkehr, nicht aber für den Mietwagenverkehr?
a) Beförderungspflicht
b) Betriebspflicht
c) Versicherungspflicht
d) Gewerbeanmeldungspflicht
Richtige Antwort: a) – Die Beförderungspflicht nach § 22 PBefG gilt nur für den Taxiverkehr. Mietwagenunternehmer können Aufträge ablehnen.
Beispiel 2: Abgrenzungsfrage (BOKraft)
Frage: Welche Ausstattung ist nach BOKraft für ein Taxi vorgeschrieben, für einen Mietwagen jedoch nicht?
a) Feuerlöscher
b) Taxameter
c) Erste-Hilfe-Kasten
d) Warndreieck
Richtige Antwort: b) – Das Taxameter (Fahrpreisanzeiger) ist nach BOKraft nur für Taxen vorgeschrieben, nicht für Mietwagen. Mietwagen verwenden stattdessen einen Wegstreckenzähler.
Lösungsstrategie für MC-Fragen
Lies alle Antwortmöglichkeiten, bevor du ankreuzt. Die IHK platziert oft eine plausible, aber falsche Antwort als erste Option. Achte besonders auf Signalwörter: „immer", „nie", „ausschließlich" – solche Absolutaussagen sind häufig falsch. Bei Unsicherheit: Schließe offensichtlich falsche Antworten aus und wähle unter den verbleibenden. Leere Felder bringen null Punkte – eine begründete Vermutung ist immer besser als gar keine Antwort.
Offene Fragen – worauf die IHK achtet
Bei offenen Fragen musst du die Antwort selbst formulieren. Das erfordert mehr als Wiedererkennen – du musst das Wissen aktiv abrufen und Fachbegriffe korrekt verwenden. Offene Fragen kommen in beiden Prüfungsteilen vor, in Teil 2 sind sie der vorherrschende Fragetyp.
Beispiel 3: Offene Frage (Arbeitsrecht)
Frage: Nennen Sie drei Pflichtangaben, die ein Arbeitsvertrag für einen angestellten Fahrer nach dem Nachweisgesetz enthalten muss.
Erwartete Antwort (z. B.):
1. Beginn des Arbeitsverhältnisses
2. Arbeitsort (oder Hinweis auf wechselnde Einsatzorte)
3. Zusammensetzung und Höhe des Arbeitsentgelts
Bewertungshinweis: „Gehalt" statt „Zusammensetzung und Höhe des Arbeitsentgelts" ist ungenau und kann Punkte kosten. Je präziser die Formulierung, desto sicherer die volle Punktzahl.
Beispiel 4: Offene Frage (Steuerrecht)
Frage: Erklären Sie den Unterschied zwischen Umsatzsteuer und Vorsteuer im Taxi- und Mietwagengewerbe.
Erwartete Antwort (sinngemäß): Die Umsatzsteuer wird auf die erbrachten Beförderungsleistungen erhoben und an das Finanzamt abgeführt. Die Vorsteuer ist die Umsatzsteuer, die das Unternehmen selbst auf eingekaufte Waren und Dienstleistungen (z. B. Kraftstoff, Fahrzeugteile, Versicherungen) gezahlt hat. Im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung wird die Vorsteuer mit der vereinnahmten Umsatzsteuer verrechnet.
💡 Fachbegriffe sind Pflicht: Bei offenen Fragen zählt nicht nur der Inhalt, sondern auch die Genauigkeit der Formulierung. Wer „Versicherung" schreibt, wenn „Haftpflichtversicherung nach PflVG" gefragt ist, verliert Punkte. Lerne die Fachbegriffe aus PBefG, BOKraft und PBZugV aktiv – nicht nur passiv zum Wiedererkennen.
Lösungsstrategie für offene Fragen
Schreibe kurz, präzise und strukturiert. Wenn die Frage „Nennen Sie drei …" lautet, nummeriere deine Antworten. Verwende die Fachbegriffe aus den Rechtsquellen (PBefG, BOKraft, PBZugV). Wenn du dir bei einem Begriff unsicher bist, schreibe lieber eine sachlich richtige Umschreibung als gar nichts – Teilpunkte sind besser als null Punkte.
Die Fahrzeugkostenrechnung – Aufbau & Beispiel
Die Fahrzeugkostenrechnung ist die einzige Rechenaufgabe in der Prüfung und macht innerhalb von Teil 2 einen erheblichen Punkteanteil aus. Du musst eine vollständige Kalkulation für ein Taxi oder einen Mietwagen durchführen.
Grundstruktur der Aufgabe
Die Aufgabe gibt dir einen Satz von Ausgangsdaten vor (Anschaffungspreis, Nutzungsdauer, Jahresfahrleistung, Versicherungsbeiträge, Kraftstoffverbrauch usw.) und verlangt eine saubere Trennung in zwei Kostenblöcke:
| Kostenblock | Typische Positionen | Ergebnis |
|---|---|---|
| Feste Kosten (zeitabhängig) | Abschreibung, Kfz-Steuer, Versicherung, Garagenmiete, kalk. Unternehmerlohn, kalk. Zinsen | € pro Jahr → € pro Einsatztag |
| Bewegliche Kosten (laufleistungsabhängig) | Kraftstoff, Öl/Schmierstoffe, Reifen, Reparaturrücklagen | ct pro km |
Vereinfachtes Beispiel
Ausgangsdaten: Fahrzeug Anschaffungspreis 35.000 € netto, Nutzungsdauer 5 Jahre, Restwert 5.000 €, Jahresfahrleistung 60.000 km, 250 Einsatztage/Jahr.
Feste Kosten (Auszug):
Abschreibung: (35.000 – 5.000) ÷ 5 = 6.000 €/Jahr
Kfz-Versicherung: 2.400 €/Jahr
Kfz-Steuer: 200 €/Jahr
Garagenmiete: 1.200 €/Jahr
→ Feste Kosten gesamt (Auszug): 9.800 €/Jahr ÷ 250 Tage = 39,20 €/Tag
Bewegliche Kosten (Auszug):
Kraftstoff: 8 l/100 km × 1,65 €/l = 13,20 ct/km
Reifen: 2,50 ct/km
Reparaturen: 3,00 ct/km
→ Bewegliche Kosten gesamt (Auszug): 18,70 ct/km
Hinweis: Dies ist ein vereinfachtes Beispiel. Die vollständige Prüfungsaufgabe enthält weitere Positionen (kalk. Unternehmerlohn, kalk. Zinsen, Öl/Schmierstoffe) und einen Zuschlag für Unternehmerrisiko.
Ein vollständiges, prüfungsnahes Rechenbeispiel mit allen Positionen, detaillierten Rechenschritten und Prüfungstipps findest du im Artikel Fahrzeugkostenrechnung Taxi & Mietwagen – Rechenbeispiel & Prüfungsvorbereitung.
Welche Sachgebiete kommen besonders häufig vor?
Die Prüfungsinhalte basieren auf dem DIHK-Orientierungsrahmen und der Anlage 3 der PBZugV. Nicht alle Sachgebiete sind gleich stark vertreten. Die folgende Einschätzung basiert auf der Erfahrung aus unseren Seminaren:
| Sachgebiet | Häufigkeit | Typische Fragen |
|---|---|---|
| PBefG / Konzessionsrecht | Sehr hoch | Taxi vs. Mietwagen, Beförderungs-/Betriebspflicht, Rückkehrpflicht, Konzessionserteilung |
| BOKraft | Hoch | Fahrzeugausstattung, Taxameter, Aushangpflichten, technische Vorschriften |
| Kaufmännische Führung / Steuern | Hoch | Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Buchführungspflichten, Fahrzeugkostenrechnung |
| Arbeits- und Sozialrecht | Mittel | Arbeitsverträge, Kündigungsschutz, Arbeitszeitgesetz, Sozialversicherung |
| Straßenverkehrsrecht | Mittel | StVO, StVZO, Fahrerlaubnis, Verkehrssicherheit |
| Technischer Betrieb / Umweltschutz | Gering | Fahrzeugtechnik, Wartung, Umweltzonen, Abgasnormen |
Die klare Empfehlung: Investiere den größten Teil deiner Lernzeit in PBefG/BOKraft und die kaufmännischen Themen (inklusive Kostenrechnung). Diese Gebiete machen den Löwenanteil der Punkte aus. Arbeits- und Sozialrecht sowie Straßenverkehrsrecht sind wichtig, aber weniger umfangreich.
Typische Prüfungsfallen
Die IHK stellt nicht nur Wissensfragen, sondern prüft auch, ob du die Details genau kennst. Hier sind die häufigsten Fallen:
| Falle | Falsche Annahme | Richtig |
|---|---|---|
| Rückkehrpflicht | „Gilt für Taxen und Mietwagen" | Gilt nur für Mietwagen (§ 49 Abs. 4 PBefG) – Taxen haben stattdessen Bereithaltungspflicht |
| Beförderungspflicht | „Gilt für alle Personenbeförderer" | Gilt nur im Taxiverkehr – Mietwagenunternehmer können Aufträge ablehnen |
| Tarifpflicht | „Uber-Fahrer unterliegen dem Taxitarif" | Mietwagenverkehr hat keine Tarifbindung – Preise werden frei vereinbart |
| Fachkundeprüfung | „Es gibt eine eigene, leichtere Prüfung für Mietwagen" | Identische Prüfung für Taxi und Mietwagen nach PBZugV |
| Kostenrechnung: feste vs. bewegliche Kosten | „Kraftstoff ist ein fester Kostenpunkt" | Kraftstoff ist eine bewegliche (laufleistungsabhängige) Kostenposition |
| Taxameter vs. Wegstreckenzähler | „Beides ist dasselbe" | Taxameter nur im Taxi vorgeschrieben; Mietwagen nutzen Wegstreckenzähler |
💡 Besonders prüfungsrelevant – Taxi vs. Mietwagen: Die Abgrenzung zwischen Taxiverkehr (§ 47 PBefG) und Mietwagenverkehr (§ 49 PBefG) ist eines der beliebtesten Prüfungsthemen. Lerne die Unterschiede bei Beförderungspflicht, Tarifpflicht, Rückkehrpflicht und Fahrzeugkennzeichnung sicher auseinander – diese Fragen kommen fast immer.
Lösungsstrategie: So gehst du die Prüfung an
Die richtige Taktik am Prüfungstag kann über Bestehen und Nichtbestehen entscheiden. Hier die bewährte Strategie aus unseren Seminaren:
Teil 1 (35 Fragen, 60 Minuten)
| Phase | Vorgehen | Zeit (ca.) |
|---|---|---|
| 1. Durchgang | Alle sicheren Fragen beantworten, unsichere markieren | 35–40 Min. |
| 2. Durchgang | Markierte Fragen bearbeiten, Ausschlussverfahren bei MC | 15–20 Min. |
| Kontrolle | Alle Fragen beantwortet? Keine leeren Felder? | 5 Min. |
Teil 2 (15 Fragen + Kostenrechnung, 60 Minuten)
| Phase | Vorgehen | Zeit (ca.) |
|---|---|---|
| Kostenrechnung zuerst | Sauber und strukturiert rechnen, jeden Schritt dokumentieren | 25–30 Min. |
| Fachfragen | 15 Fragen in der verbleibenden Zeit bearbeiten | 25–30 Min. |
| Kontrolle | Rechnung nochmals auf Folgefehler prüfen | 5 Min. |
Der Schlüssel: Die Kostenrechnung zuerst, solange du frisch bist. Ein Rechenfehler am Ende der 60 Minuten unter Zeitdruck ist das häufigste Scheiterns-Szenario in Teil 2.
Fragetypen unter Prüfungsbedingungen trainieren
Der Digitale Prüfungstrainer bildet alle Fragetypen ab: Multiple Choice, offene Fragen und die Fahrzeugkostenrechnung – unter realistischem Zeitdruck mit sofortiger Auswertung nach Sachgebieten. Im Präsenzseminar üben wir die Kostenrechnung Schritt für Schritt.
Fazit
Die IHK-Prüfung Taxi & Mietwagen testet drei Dinge: Fachwissen (MC-Fragen), Ausdrucksfähigkeit (offene Fragen) und Rechenkompetenz (Kostenrechnung). Wer alle drei Fragetypen geübt hat, geht deutlich sicherer in die Prüfung als jemand, der nur Fakten auswendig gelernt hat.
Die wichtigsten Takeaways: Bei MC-Fragen alle Optionen lesen und Absolutaussagen hinterfragen. Bei offenen Fragen Fachbegriffe verwenden, kurz und strukturiert antworten. Bei der Kostenrechnung die Struktur (feste vs. bewegliche Kosten) sicher beherrschen – dann stimmen auch die Zahlen.
Wie du deine Lernzeit optimal auf diese drei Fragetypen verteilst, erfährst du im Artikel Lernplan IHK Fachkundeprüfung Taxi & Mietwagen. Die typischen Fehler und wie du sie vermeidest, behandelt der Artikel Fachkundeprüfung bestehen – typische Fehler & Tipps.
Häufige Fragen zu den Prüfungsfragen
Sind die Prüfungsfragen für Taxi und Mietwagen identisch?
Ja. Es gibt nur eine Fachkundeprüfung nach PBZugV, die für beide Verkehrsformen gilt. Die Fragen decken sowohl Taxi- als auch Mietwagenspezifische Themen ab – insbesondere die Abgrenzung zwischen beiden Verkehrsformen ist ein beliebtes Prüfungsthema.
Wie viele Punkte bringt die Fahrzeugkostenrechnung?
Die Kostenrechnung ist Teil des zweiten Prüfungsteils, der insgesamt 40 % der Gesamtwertung ausmacht. Innerhalb dieser 40 % hat die Kostenrechnung den größten Einzelanteil. Die genaue Punkteverteilung kann je nach Prüfungstermin leicht variieren.
Gibt es einen offiziellen Fragenkatalog?
Nein. Die IHK veröffentlicht keinen festen Fragenkatalog. Die Prüfungsfragen orientieren sich am DIHK-Orientierungsrahmen und an der Anlage 3 der PBZugV, die die Sachgebiete festlegt. Die konkreten Fragen variieren von Termin zu Termin.
Kommen in der Prüfung auch Fragen zu Uber und App-Vermittlung vor?
Nicht direkt zu einzelnen Plattformen, aber zur rechtlichen Einordnung des Mietwagenverkehrs – und das schließt die App-Vermittlung ein. Fragen zur Rückkehrpflicht, zum Unterschied zwischen Taxen- und Mietwagenverkehr oder zur Konzessionserteilung betreffen direkt das Geschäftsmodell von Plattformen wie Uber oder FreeNow.
Wie kann ich die Kostenrechnung am besten üben?
Durch Wiederholung mit verschiedenen Zahlensätzen. Die Struktur der Aufgabe ist immer gleich (feste + bewegliche Kosten + Unternehmerrisiko), nur die konkreten Zahlen ändern sich. Übe die Rechnung mindestens 5–10 Mal mit unterschiedlichen Werten, bis der Ablauf automatisch sitzt. Der Digitale Prüfungstrainer bietet genau diese Möglichkeit.