IHK-Prüfungsraum mit Tischen und Stühlen – Symbolbild Ablauf Fachkundeprüfung Taxi Mietwagen

Ablauf & Anmeldung zur IHK Fachkundeprüfung Taxi & Mietwagen – Schritt für Schritt

📖 Lesezeit: ca. 10 Minuten | Stand: Februar 2026 | Autor: Mehmet Uzun, Kraftverkehrsmeister (IHK) | IHK-Seminartrainer | verkehrsleiter-eu-lizenz-seminare.de

Ablauf & Anmeldung zur IHK Fachkundeprüfung Taxi & Mietwagen – Schritt für Schritt

Du hast dich entschieden, die Fachkundeprüfung für den Taxi- und Mietwagenverkehr abzulegen – aber wie läuft das Ganze eigentlich konkret ab? Von der Anmeldung über den Prüfungstag bis zum Ergebnis gibt es einige Punkte, die du vorab kennen solltest, damit am Prüfungstag keine Unsicherheiten entstehen.

In diesem Artikel erkläre ich dir den gesamten Ablauf: wo du dich anmeldest, was du mitbringen musst, wie der Prüfungstag strukturiert ist und was passiert, wenn du die Prüfung nicht beim ersten Mal bestehst. Den grundsätzlichen Prüfungsaufbau und die Sachgebiete findest du im Überblicksartikel IHK Fachkundeprüfung Taxi & Mietwagen – Aufbau, Inhalte & Vorbereitung.

Inhaltsverzeichnis

1. Anmeldung: Wo, wie und wann?

2. Zulassungsvoraussetzungen

3. Prüfungsgebühren

4. Der Prüfungstag: Zeitlicher Ablauf

5. Erlaubte Hilfsmittel

6. Die mündliche Ergänzungsprüfung

7. Ergebnis und Fachkundebescheinigung

8. Wiederholung bei Nichtbestehen

9. Fazit

10. Häufige Fragen (FAQ)

Anmeldung: Wo, wie und wann?

Die Fachkundeprüfung wird von der Industrie- und Handelskammer (IHK) deines Hauptwohnsitzes abgenommen. Es gilt das Wohnortprinzip: Du kannst die Prüfung nicht frei an einer beliebigen IHK ablegen, sondern musst dich an die Kammer wenden, in deren Bezirk du gemeldet bist.

So meldest du dich an

Schritt Details
1. Zuständige IHK ermitteln IHK des Hauptwohnsitzes (nicht des geplanten Betriebssitzes)
2. Prüfungstermine prüfen Auf der Website der zuständigen IHK – Termine variieren regional
3. Anmeldeformular ausfüllen Online über die IHK-Website oder schriftlich per Post/E-Mail
4. Gebühr überweisen Nach Bestätigung der Anmeldung; Zahlungseingang ist Voraussetzung für die Zulassung
5. Einladung erhalten Per Post oder E-Mail mit Termin, Ort und Hinweisen zu erlaubten Hilfsmitteln

💡 Frühzeitig anmelden: Beliebte Prüfungstermine sind oft Wochen im Voraus ausgebucht. Melde dich an, sobald du mit der Vorbereitung beginnst – nicht erst, wenn du dich „bereit fühlst". So vermeidest du unnötige Wartezeiten. Wenn du parallel einen Lernplan erstellst, kannst du deine Vorbereitung direkt auf den Prüfungstermin ausrichten.

Zulassungsvoraussetzungen

Anders als bei vielen anderen Prüfungen gibt es für die Fachkundeprüfung Taxi & Mietwagen keine formalen Zulassungsvoraussetzungen. Du brauchst weder eine bestimmte Ausbildung noch Berufserfahrung im Verkehrsgewerbe. Jede volljährige Person kann sich anmelden.

Das bedeutet: Du musst nicht bereits ein Gewerbe angemeldet haben oder eine Konzession beantragt haben, um die Prüfung ablegen zu dürfen. Viele Teilnehmer legen die Prüfung als ersten Schritt der Gründung ab und kümmern sich erst danach um Gewerbeanmeldung und Konzessionsantrag. Den vollständigen Gründungsprozess findest du im Artikel Taxi- oder Mietwagenunternehmen gründen.

Gibt es Alternativen zur Prüfung?

Die PBZugV erkennt in bestimmten Fällen gleichwertige Abschlüsse oder eine mindestens dreijährige leitende Tätigkeit in einem Taxi- oder Mietwagenunternehmen als Nachweis der fachlichen Eignung an. Die leitende Tätigkeit darf allerdings bei Antragstellung nicht länger als zwei Jahre zurückliegen und muss die erforderlichen Kenntnisse auf allen Sachgebieten vermittelt haben. In der Praxis ist die IHK-Prüfung für die meisten Gründer der schnellste und sicherste Weg zum Fachkundenachweis.

Prüfungsgebühren

Die Prüfungsgebühren werden von der jeweiligen IHK festgesetzt und variieren regional. Die folgende Tabelle gibt eine Orientierung:

Position Kosten (ca.)
Erstprüfung (schriftlich) 150 – 250 €
Mündliche Ergänzungsprüfung 50 – 100 €
Wiederholungsprüfung 150 – 250 € (volle Gebühr)
Fachkundebescheinigung oft inklusive, ggf. 20 – 30 € separat

Eine detaillierte Kostenübersicht – inklusive Vorbereitungskosten und Gesamtkalkulation – findest du im Artikel Kosten & Gebühren der IHK Fachkundeprüfung Taxi & Mietwagen.

Der Prüfungstag: Zeitlicher Ablauf

Die gesamte schriftliche Prüfung findet an einem Vormittag statt. Der typische Ablauf sieht so aus:

Zeit (ca.) Ablauf
08:30 – 09:00 Einlass, Ausweiskontrolle, Platzzuweisung, Belehrung
09:00 – 10:00 Teil 1: 35 Fragen (Multiple Choice + offene Fragen) – 60 Minuten
10:00 – 10:15 Pause
10:15 – 11:15 Teil 2: 15 Fachfragen + 1 Fahrzeugkostenrechnung – 60 Minuten
ab 11:15 Abgabe, Ende des schriftlichen Teils

Tipps für den Prüfungstag

Die 60 Minuten pro Teil klingen viel, sind aber knapp bemessen – besonders in Teil 2, wo neben 15 Fachfragen auch die vollständige Fahrzeugkostenrechnung zu bearbeiten ist. Ein paar bewährte Strategien aus unseren Seminaren:

Teil 1 (35 Fragen in 60 Minuten): Du hast durchschnittlich knapp 2 Minuten pro Frage. Beantworte zuerst die Fragen, bei denen du dir sicher bist, und markiere unsichere Fragen für einen zweiten Durchgang. Bei Multiple-Choice-Fragen: Lies alle Antwortmöglichkeiten, bevor du ankreuzt – oft gibt es eine bessere Antwort als die erste, die plausibel klingt.

Teil 2 (15 Fragen + Kostenrechnung in 60 Minuten): Beginne mit der Kostenrechnung, solange du frisch und konzentriert bist. Plane dafür 25–30 Minuten ein. Die verbleibende Zeit reicht für die 15 Fachfragen. Warum diese Reihenfolge? Die Kostenrechnung bringt den größten Punkteanteil in Teil 2 – ein Rechenfehler unter Zeitdruck am Ende der Prüfung ist das typische Versagens-Szenario.

Was am Prüfungstag schiefgehen kann

Aus der Erfahrung unserer Seminare: Die häufigsten Probleme am Prüfungstag sind keine Wissenslücken, sondern organisatorische und taktische Fehler. Ausweis vergessen, Taschenrechner nicht dabei, falsche IHK aufgesucht – all das kommt regelmäßig vor und lässt sich leicht vermeiden. Inhaltlich ist der häufigste Fehler, dass Teilnehmer in Teil 1 zu viel Zeit mit einzelnen schwierigen Fragen verbringen und am Ende die letzten Fragen unter Zeitdruck beantworten müssen. Markiere unsichere Fragen und komme am Ende zurück, statt dich an einer Frage festzubeißen.

Ein vollständiger Katalog der typischen Fehler – sowohl am Prüfungstag als auch bei der Vorbereitung – findet sich im Artikel Fachkundeprüfung bestehen – typische Fehler & Tipps.

Erlaubte Hilfsmittel

Hilfsmittel Erlaubt? Hinweis
Nicht programmierbarer Taschenrechner Pflicht für die Kostenrechnung – Modell ggf. vorab bei IHK klären
Kugelschreiber Je nach IHK Vorgabe (kein Bleistift)
Personalausweis / Reisepass Pflicht – ohne gültigen Ausweis keine Teilnahme
Gesetzestexte, Fachbücher Keine Nachschlagewerke erlaubt
Smartphone, Tablet, Smartwatch Müssen ausgeschaltet und verstaut werden
Eigenes Schreibpapier Konzeptpapier wird von der IHK gestellt

💡 Taschenrechner vorab prüfen: „Nicht programmierbar" heißt: keine Speicherfunktionen, keine Formelsammlung, keine Grafik. Ein einfacher wissenschaftlicher Taschenrechner reicht völlig aus. Im Zweifel: Prüfe vorab mit deiner IHK, ob dein Modell zugelassen ist – am Prüfungstag wird kontrolliert.

Die mündliche Ergänzungsprüfung

Zur mündlichen Prüfung wirst du zugelassen, wenn du in beiden schriftlichen Teilen mindestens 50 % erreicht hast, aber in mindestens einem Teil unter 60 % liegst. Die mündliche Prüfung ist also kein Automatismus – sie ist eine Chance, die du nur bekommst, wenn du die 50 %-Hürde in beiden Teilen geschafft hast.

Merkmal Details
Dauer Ca. 30 Minuten
Durchführung Prüfungsausschuss (2–3 Prüfer)
Inhalte Sachgebiete, in denen im schriftlichen Teil Schwächen erkennbar waren
Gewichtung Schriftlich 75 % + mündlich 25 % = Gesamtergebnis
Termin In der Regel am selben Tag oder wenige Wochen nach der schriftlichen Prüfung

Die mündliche Prüfung ist keine reine Wiederholung der schriftlichen Fragen. Der Prüfungsausschuss stellt offene Fragen und erwartet, dass du Sachverhalte erklären und begründen kannst – nicht nur Fakten wiedergeben. Die beste Vorbereitung: Sachgebiete nicht nur auswendig lernen, sondern die Zusammenhänge verstehen. Tipps für die mündliche Prüfung findest du im Artikel Fachkundeprüfung bestehen – typische Fehler & Tipps.

Ergebnis und Fachkundebescheinigung

Die Bekanntgabe des Ergebnisses unterscheidet sich je nach IHK:

Szenario Ergebnismitteilung
Beide Teile ≥ 60 % Direkt bestanden – Fachkundebescheinigung wird ausgestellt (Versand per Post in 2–4 Wochen)
Beide Teile ≥ 50 %, mindestens ein Teil < 60 % Zulassung zur mündlichen Prüfung – Einladung folgt
Mindestens ein Teil < 50 % Nicht bestanden – Wiederholung der gesamten Prüfung erforderlich

Die Fachkundebescheinigung ist das offizielle Dokument, das du später bei der Konzessionsbehörde vorlegen musst. Sie gilt unbefristet – du musst die Prüfung also nur einmal im Leben bestehen. Bewahre das Original sorgfältig auf; eine Ersatzausstellung ist zwar möglich, aber mit Aufwand und Kosten verbunden.

Wiederholung bei Nichtbestehen

Wenn du die Prüfung nicht bestehst – also in mindestens einem Teil unter 50 % fällst –, musst du die gesamte Prüfung wiederholen. Eine Teilwiederholung einzelner Prüfungsteile ist nicht möglich.

Aspekt Regelung
Wartezeit Abhängig vom nächsten verfügbaren Prüfungstermin der IHK
Gebühren Erneute Prüfungsgebühr in voller Höhe (150–250 €)
Anzahl der Versuche Keine Begrenzung – du kannst die Prüfung beliebig oft wiederholen
Umfang Beide schriftlichen Teile komplett (keine Anrechnung einzelner Teilergebnisse)

Jede Wiederholung kostet nicht nur Geld, sondern vor allem Zeit. Zwischen zwei Prüfungsterminen liegen oft mehrere Wochen bis Monate – und solange du den Fachkundenachweis nicht hast, kannst du keine Konzession beantragen und kein Unternehmen starten. Die Kosten einer Wiederholung und warum sich eine gründliche Erstvorbereitung auszahlt, erklärt der Artikel Kosten & Gebühren der IHK Fachkundeprüfung.

Beim ersten Mal bestehen – mit der richtigen Vorbereitung

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Fazit

Der Ablauf der Fachkundeprüfung Taxi & Mietwagen ist klar strukturiert: Zwei schriftliche Teile à 60 Minuten, gegebenenfalls eine mündliche Ergänzungsprüfung. Die Anmeldung erfolgt bei der IHK deines Hauptwohnsitzes, und die Prüfung selbst erfordert nur einen gültigen Ausweis und einen nicht programmierbaren Taschenrechner.

Die beiden wichtigsten Dinge, die du vom Prüfungstag mitnehmen solltest: Erstens die Zeiteinteilung in Teil 2 – beginne mit der Kostenrechnung. Zweitens die 50/60-Bestehensregel, die entscheidet, ob du direkt bestehst, in die mündliche Prüfung musst oder die gesamte Prüfung wiederholen musst.


Häufige Fragen zum Ablauf der Fachkundeprüfung

Kann ich die Prüfung an einer anderen IHK als meiner Wohnsitz-IHK ablegen?

Grundsätzlich nicht – es gilt das Wohnortprinzip. Die zuständige IHK richtet sich nach deinem Hauptwohnsitz. In Ausnahmefällen kann eine IHK die Prüfung an eine andere Kammer delegieren, das ist aber nicht die Regel und muss vorab geklärt werden.

Wie lange dauert die gesamte Prüfung?

Die schriftliche Prüfung dauert insgesamt ca. 2,5 Stunden (zwei Teile à 60 Minuten plus Einlass und Pause). Falls du zur mündlichen Ergänzungsprüfung zugelassen wirst, kommen nochmals ca. 30 Minuten hinzu – entweder am selben Tag oder an einem separaten Termin.

Was passiert, wenn ich zu spät zur Prüfung komme?

Zu spät ist zu spät. Wenn du nach Beginn des Prüfungsteils erscheinst, wirst du in der Regel nicht mehr zugelassen. Die Prüfungsgebühr verfällt, und du musst dich für den nächsten Termin neu anmelden. Plane einen Zeitpuffer von mindestens 15–20 Minuten ein.

Darf ich während der Prüfung den Raum verlassen?

Das hängt von der IHK ab. In der Regel ist ein Toilettengang nach Rücksprache mit der Aufsicht möglich, aber du verlierst die Zeit – die Prüfungsuhr läuft weiter. Plane deine Pausen für die offizielle Unterbrechung zwischen Teil 1 und Teil 2 ein.

Wie schnell erhalte ich die Fachkundebescheinigung nach bestandener Prüfung?

Die Bearbeitungszeit variiert je nach IHK. In der Regel erhältst du die Fachkundebescheinigung innerhalb von 2 bis 4 Wochen per Post. Manche IHKs stellen eine vorläufige Bestätigung am Prüfungstag aus, die du für den Konzessionsantrag verwenden kannst – frage vorab nach.

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