Kosten & Gebühren der IHK-Fachkundeprüfung Taxi & Mietwagen – was Sie wirklich zahlen

Von Mehmet Uzun, Kraftverkehrsmeister (IHK) · Stand: 29. Juni 2026

Die IHK-Prüfungsgebühr für die Fachkundeprüfung Taxi- und Mietwagenverkehr liegt je nach Kammer bei etwa 150–250 € — einen bundesweiten Einheitspreis gibt es nicht, weil jede IHK ihre Gebühr selbst festlegt. Pflicht ist allein diese Prüfungsgebühr; ein Vorbereitungskurs ist freiwillig. Realistisch sollten Sie inklusive Vorbereitung mit etwa 265 € (Selbststudium) bis rund 800 € (Seminar plus Prüfungstrainer) bis zur Fachkundebescheinigung rechnen.

Die schnelle Antwort: womit Sie rechnen müssen

Die einzige unvermeidbare Ausgabe ist die IHK-Prüfungsgebühr von etwa 150–250 €. Alles Weitere ist Vorbereitung und damit Ihre Entscheidung: Vom reinen Selbststudium für wenige Euro bis zum Präsenzseminar mit Dozent reicht die Spanne. Die ehrliche Gesamtrechnung bis zur Fachkundebescheinigung bewegt sich je nach gewähltem Weg zwischen rund 265 € und etwa 800 €.

Die Prüfung ist für Taxi und Mietwagen identisch — es gibt keine separate, günstigere Prüfung für Mietwagenunternehmer (Uber, FreeNow, Bolt laufen über die Mietwagenkonzession). Die hier genannten Kosten gelten daher für beide Verkehrsformen gleichermaßen.

Nicht verwechseln: Die hier behandelte Fachkunde betrifft den Unternehmer bzw. Verkehrsleiter, der die Konzession hält. Der Personenbeförderungsschein („P-Schein“) und die Ortskundeprüfung der Fahrer sind etwas anderes und verursachen eigene, hier nicht enthaltene Kosten.

IHK-Prüfungsgebühren im Überblick

Die Gebühren werden von der zuständigen IHK erhoben. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Posten rund um die Prüfung selbst:

PositionKosten (ca.)
Schriftliche Prüfung (Teil 1 + Teil 2)150 – 250 €
Mündliche Ergänzungsprüfung (falls nötig)50 – 100 €
Wiederholungsprüfung (bei Nichtbestehen)150 – 250 €
Fachkundebescheinigungoft inklusive, ggf. 20 – 30 € separat

Die Gebühr für die Wiederholungsprüfung liegt in der Regel in derselben Höhe wie die Erstprüfung — manche IHKs gewähren einen geringfügigen Rabatt, die meisten nicht.

Warum es keinen bundesweiten Einheitspreis gibt

Es gibt keine bundesweite Gebührenpauschale: Jede IHK legt ihre Prüfungsgebühr in einer eigenen Gebührenordnung selbst fest. Deshalb schwankt der Betrag von Kammer zu Kammer — im Markt sind Werte von etwa 150 € bis rund 280 € belegt, häufig liegt die Gebühr im Bereich 150–250 €. Eine einzelne, überall gültige Zahl wäre schlicht falsch.

Welche IHK für Sie zuständig ist, können Sie nicht frei wählen. Es gilt das Wohnortprinzip: Sie legen die Prüfung bei der IHK ab, in deren Bezirk Ihr Hauptwohnsitz liegt. Die genaue Gebühr erfahren Sie verbindlich nur dort — ein Blick in die Gebührenordnung der zuständigen Kammer schafft Klarheit, bevor Sie kalkulieren.

Sie können also nicht zur günstigsten Kammer „ausweichen“. Maßgeblich ist allein die für Ihren Hauptwohnsitz zuständige IHK; die dort veröffentlichte Gebührenordnung ist die einzige verbindliche Quelle für den genauen Betrag.

Pflicht oder freiwillig? Was Sie zahlen müssen und was nicht

Für die Kostenplanung ist die wichtigste Unterscheidung: Was ist verpflichtend, was ist optional? Nur die IHK-Prüfungsgebühr ist unvermeidbar — alles, was der Vorbereitung dient, entscheiden Sie selbst.

KostenartPflicht?Bemerkung
IHK-PrüfungsgebührJaEinzige zwingende Ausgabe; ca. 150–250 €, je nach Kammer
Vorbereitungskurs / SeminarNeinEs besteht kein Lehrgangszwang — die Vorbereitung ist frei wählbar
Digitaler PrüfungstrainerNeinOptional zur Vertiefung und Prüfungssimulation
Nicht programmierbarer TaschenrechnerJa (Hilfsmittel)Für die Fahrzeugkostenrechnung erforderlich, falls nicht vorhanden

Ein Vorbereitungskurs ist also gesetzlich nicht vorgeschrieben. Sinnvoll ist er trotzdem für die meisten — vor allem wegen der Fahrzeugkostenrechnung in Teil 2, dem häufigsten Durchfallgrund. Ob sich die Investition lohnt, hängt davon ab, ob sie Ihnen eine kostenpflichtige Wiederholung erspart.

Vorbereitungskosten: Optionen im Vergleich

Bei der Vorbereitung haben Sie die freie Wahl. Die Optionen unterscheiden sich in Kosten, Betreuung und Risiko:

VorbereitungsartKosten (ca.)StärkeRisiko
Reines Selbststudium (Bücher, Gesetzestexte)30 – 80 €Geringste KostenKein Feedback, Kostenrechnung schwer ohne Anleitung
Digitaler Prüfungstrainer50 – 150 €Flexible Zeiteinteilung, PrüfungssimulationErfordert Selbstdisziplin
Präsenzseminar300 – 700 €Persönliche Betreuung, Kostenrechnung mit DozentTermingebunden, höhere Kosten
Kombination (Seminar + Trainer)350 – 850 €Höchste BestehensquoteHöchste Gesamtkosten

Unser eigenes Präsenzseminar zum Taxi- und Mietwagenverkehr umfasst vier Tage und ist ab 520 € buchbar. Es legt den Schwerpunkt genau auf das, woran die meisten scheitern: die Fahrzeugkostenrechnung mit persönlicher Betreuung durch den Dozenten.

Lehrmaterial und zusätzliche Kosten

Neben Prüfungsgebühr und Vorbereitung können kleinere Nebenposten anfallen. Manche davon sind im Seminar bereits enthalten:

PositionKosten (ca.)Hinweis
Fachbuch / Lehrbuch PBefG und BOKraft20 – 50 €Optional, wenn im Seminar nicht enthalten
Nicht programmierbarer Taschenrechner10 – 25 €Pflicht für die Prüfung — falls nicht vorhanden
Anfahrt zum PrüfungsortvariabelJe nach Entfernung zur IHK

Drei Gesamtkosten-Szenarien

Wie viel Sie am Ende wirklich zahlen, hängt vom gewählten Vorbereitungsweg ab. Drei realistische Szenarien — jeweils mit einer angenommenen IHK-Gebühr von 200 € — machen die Spanne greifbar:

SzenarioZusammensetzungGesamtkosten (ca.)
SparmodellIHK-Gebühr (200 €) + Selbststudium (50 €) + Taschenrechner (15 €)265 €
StandardmodellIHK-Gebühr (200 €) + Digitaler Prüfungstrainer (100 €) + Fachbuch (30 €)330 €
BestmodellIHK-Gebühr (200 €) + Seminar (500 €) + Prüfungstrainer (100 €)800 €

Die 200 € IHK-Gebühr sind hier eine Rechenannahme zur Veranschaulichung — Ihre tatsächliche Gebühr kann je nach Kammer darunter oder darüber liegen. Verschieben sich die Szenarien entsprechend.

Wenn es schiefgeht: Wiederholungskosten

Wer nicht besteht, zahlt doppelt — und verliert Zeit. Bei der Bewertung gilt: Jeder der beiden schriftlichen Teile muss mindestens 50 % erreichen. Fällt ein Teil unter 50 %, ist die gesamte Prüfung nicht bestanden und muss komplett wiederholt werden; eine Teilwiederholung gibt es nicht. Erreichen Sie in beiden Teilen mindestens 50 %, aber nicht in beiden über 70 %, werden Sie zur mündlichen Ergänzungsprüfung zugelassen. Nur wer in beiden Teilen über 70 % liegt, besteht direkt ohne mündliche Prüfung.

KostenpositionBetrag (ca.)
Erneute IHK-Prüfungsgebühr150 – 250 €
Ggf. zusätzliche Vorbereitung (Trainer, Nachhilfe)50 – 200 €
Verdienstausfall durch verzögerte Konzession (2–4 Monate)nicht bezifferbar, aber erheblich

Der größte Posten ist oft gar nicht die erneute Gebühr, sondern die Verzögerung: Bis zum nächsten Prüfungstermin und der ausgestellten Bescheinigung vergehen schnell zwei bis vier Monate — Zeit, in der die Konzession und damit der Geschäftsbetrieb auf sich warten lassen.

Rechenbeispiel: Sparmodell mit Wiederholung vs. Bestmodell

Das vermeintlich günstigste Modell kann teurer enden als das teuerste — sobald eine Wiederholung dazukommt. Ein direkter Vergleich:

VarianteVerlaufGesamtkosten
Sparmodell + Wiederholung265 € (1. Versuch) + 200 € Gebühr + 100 € Trainer für 2. Versuch565 €
Bestmodell (1. Versuch bestanden)800 € einmalig800 €

Der Abstand zwischen beiden Varianten schrumpft auf wenige Hundert Euro — und das nur, wenn der zweite Versuch dann auch sicher gelingt. Rechnet man den Verdienstausfall durch die verzögerte Konzession hinzu, kippt die Rechnung häufig zugunsten der gründlichen Erstvorbereitung.

Fördermöglichkeiten – einen Teil der Kosten zurückholen

Je nach persönlicher Situation lässt sich ein Teil der Vorbereitungs- und Prüfungskosten fördern oder steuerlich geltend machen:

FördermöglichkeitDetails
Aufstiegs-BAföGBis zu 50 % der Lehrgangskosten als Zuschuss (nicht rückzahlbar) plus zinsgünstiges Darlehen für den Rest. Voraussetzung: Der Lehrgang muss nach AFBG förderfähig sein.
Bildungsgutschein (Agentur für Arbeit)Übernahme der Seminarkosten bei Arbeitslosigkeit oder drohender Arbeitslosigkeit. Muss vorab beantragt und genehmigt werden.
Steuerliche AbsetzbarkeitAlle Prüfungs- und Vorbereitungskosten sind als Werbungskosten oder Betriebsausgaben steuerlich absetzbar — bei Selbstständigen in voller Höhe.
Regionale FörderprogrammeManche Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Zuschüsse für berufliche Weiterbildung.

Wer befreit ist, spart die Kosten ganz

Die günstigste Variante ist, die Prüfung gar nicht ablegen zu müssen. Die fachliche Eignung lässt sich auf drei Wegen nachweisen — wer einen der beiden anderen Wege geht, spart die Prüfungsgebühr und die Vorbereitungskosten vollständig:

  • Bestandene IHK-Fachkundeprüfung — der Regelweg, für den die hier genannten Kosten anfallen.
  • Anerkannter gleichwertiger Abschluss — bestimmte kaufmännische bzw. verkehrsbezogene Abschlüsse, die vor dem 4. Dezember 2011 erworben wurden, werden als Nachweis anerkannt.
  • Mindestens dreijährige leitende Tätigkeit in einem Personenbeförderungsunternehmen, deren Ende nicht länger als zwei Jahre zurückliegt.

Ob ein vorhandener Abschluss oder eine frühere Leitungstätigkeit als Nachweis anerkannt wird, entscheidet die zuständige IHK. Eine kurze Nachfrage dort kann sich lohnen, bevor Sie Vorbereitung und Prüfungsgebühr einplanen — wer befreit ist, spart die gesamten Kostenpositionen dieser Seite.

Kosten im Kontext der Gründung

Im Verhältnis zu den übrigen Gründungskosten ist die Fachkundeprüfung der kleinste Posten. Wer ein Taxi- oder Mietwagenunternehmen aufbaut, sollte die Prüfung daher als einmalige, überschaubare Investition am Anfang einordnen:

Kostenposition GründungBetrag (ca.)
Fachkundeprüfung + Vorbereitung265 – 800 €
Eigenkapitalnachweis (1 Fahrzeug)2.250 €
Konzessionsgebühr (Mietwagen, 1. Fahrzeug)60 – 150 €
Führungszeugnis, Gewerbezentralregister, Unbedenklichkeitsbescheinigungen50 – 100 €
Fahrzeuganschaffung, Versicherung, Betriebsausstattungvariabel (oft 15.000 – 40.000 €)

Der Eigenkapitalnachweis nach PBZugV beträgt 2.250 € für das erste Fahrzeug und je 1.250 € für jedes weitere. Er ist kein „Verbrauch“, sondern ein nachzuweisendes Polster — anders als die Prüfungs- und Vorbereitungskosten, die echte Ausgaben sind.

Häufige Fragen

Was kostet die Prüfung bei der IHK genau?

Die IHK-Prüfungsgebühr für die Fachkundeprüfung Taxi & Mietwagen liegt je nach Kammer bei etwa 150–250 €. Einen bundesweiten Einheitspreis gibt es nicht, weil jede IHK ihre Gebühr selbst festlegt. Den genauen Betrag erfahren Sie bei der für Ihren Hauptwohnsitz zuständigen IHK.

Was kostet ein Vorbereitungskurs?

Das hängt von der Form ab: reines Selbststudium etwa 30–80 €, ein digitaler Prüfungstrainer rund 50–150 €, ein Präsenzseminar etwa 300–700 €. Unser viertägiges Präsenzseminar ist ab 520 € buchbar und legt den Schwerpunkt auf die Fahrzeugkostenrechnung.

Ist ein Vorbereitungskurs Pflicht?

Nein. Es besteht kein Lehrgangszwang — die einzige verpflichtende Ausgabe ist die IHK-Prüfungsgebühr. Ein Kurs ist freiwillig, für die meisten aber sinnvoll, vor allem wegen der Fahrzeugkostenrechnung als häufigstem Durchfallgrund.

Was kostet die Wiederholungsprüfung?

Bei Nichtbestehen fällt in der Regel die volle Prüfungsgebühr erneut an, also wieder etwa 150–250 €. Manche IHKs gewähren einen geringfügigen Rabatt, die meisten nicht. Hinzu kommen oft zusätzliche Vorbereitungskosten und der Verdienstausfall durch die verzögerte Konzession.

Fällt bei Rücktritt oder Storno eine Gebühr an?

Das regelt jede IHK in ihrer eigenen Gebührenordnung; eine bundesweit einheitliche Stornoregel gibt es nicht. Je nach Zeitpunkt und Kammer kann ein Teil der Gebühr einbehalten werden. Maßgeblich ist die Gebührenordnung Ihrer zuständigen IHK — fragen Sie dort vor der Anmeldung nach.

Wer ist von der Prüfung befreit?

Wer einen anerkannten gleichwertigen Abschluss (bestimmte kaufmännische bzw. verkehrsbezogene Abschlüsse, vor dem 4. Dezember 2011 erworben) oder eine mindestens dreijährige leitende Tätigkeit in einem Personenbeförderungsunternehmen nachweist, kann von der Prüfung befreit sein und spart deren Kosten vollständig. Über die Anerkennung entscheidet die zuständige IHK.

Kann ich die Kosten steuerlich absetzen oder fördern lassen?

Ja. Prüfungs- und Vorbereitungskosten sind als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzbar, bei Selbstständigen in voller Höhe. Zusätzlich kommen je nach Situation Aufstiegs-BAföG (bis zu 50 % Zuschuss bei förderfähigem Lehrgang), ein Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder regionale Förderprogramme in Frage.

Wie hoch sind die Gesamtkosten bis zum Fachkundenachweis?

Realistisch zwischen rund 265 € (IHK-Gebühr plus Selbststudium und Taschenrechner) und etwa 800 € (IHK-Gebühr plus Seminar und Prüfungstrainer). Im Kontext der Gründung ist das der kleinste Posten — Eigenkapitalnachweis und Fahrzeug schlagen weit höher zu Buche.

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