Lernplan IHK-Fachkundeprüfung Taxi & Mietwagen – in 2, 4 oder 8 Wochen zur Prüfung

Von Mehmet Uzun, Kraftverkehrsmeister (IHK) · Stand: 29. Juni 2026

Für die IHK-Fachkundeprüfung Taxi- und Mietwagenverkehr sollten Sie insgesamt rund 60 bis 80 Lernstunden einplanen — gestaffelt nach Vorwissen: Quereinsteiger eher am oberen Rand, Fahrer mit Praxis oder kaufmännischer Vorbildung am unteren. Dieselbe Stundenzahl lässt sich auf 2, 4 oder 8 Wochen verteilen; entscheidend ist nicht das Modell, sondern dass Sie früh und täglich die Fahrzeugkostenrechnung üben und die letzte Woche ausschließlich der Prüfungssimulation widmen.

Wie viel Zeit brauchen Sie wirklich?

Die ehrliche Antwort lautet: Es hängt von Ihrem Vorwissen, Ihrer verfügbaren Zeit und Ihrer Lernmethode ab. Über alle Profile hinweg liegt der Gesamtaufwand bei etwa 60 bis 80 Lernstunden. Ein strukturierter Lernplan macht dabei den Unterschied zwischen gezielter Vorbereitung und ziellosem Lesen.

Dieser Leitfaden stellt drei erprobte Zeitmodelle mit konkreten Wochenplänen vor: einen Express-Plan für Vollzeit-Lernende, einen Standard-Plan für Berufstätige und einen entspannten Plan für alle, die täglich nur wenig Zeit haben. Alle drei führen zum Ziel — Sie wählen das Modell, das zu Ihrem Alltag passt.

Die Prüfung ist für Taxi und Mietwagen identisch. Geprüft wird Ihre unternehmerische Fachkunde nach PBefG und PBZugV — nicht der Personenbeförderungsschein („P-Schein“) oder die Ortskunde der Fahrer. Verwechseln Sie beides nicht: Der Lernplan hier bereitet auf die Unternehmer- bzw. Verkehrsleiter-Prüfung vor.

Bevor Sie loslegen: Vorwissen ehrlich einschätzen

Eine ehrliche Selbsteinschätzung spart Ihnen Wochen an Vorbereitungszeit. Je nach Ausgangslage fällt der nötige Zeitraum sehr unterschiedlich aus:

AusgangslageTypisches ProfilEmpfehlung
Quereinsteiger ohne BranchenerfahrungKein Vorwissen in PBefG, BOKraft, Kostenrechnung4–8 Wochen
Angestellter Fahrer (Taxi/Mietwagen)Praxis vorhanden, Rechtsgrundlagen teilweise bekannt2–4 Wochen
Kaufmännische VorbildungBuchhaltung, Steuern und Kostenrechnung vertraut2–4 Wochen
Wiederholer (Prüfung nicht bestanden)Stoff bekannt, aber Schwächen in bestimmten Bereichen2–3 Wochen (gezielt)

Der häufigste Fehler bei der Vorbereitung ist nicht zu wenig Lernen, sondern zu spät mit der Kostenrechnung anzufangen. Viele Teilnehmer verbringen die gesamte Zeit mit Theorie und üben das Rechnen erst in der letzten Woche — das reicht erfahrungsgemäß nicht. Üben Sie die Fahrzeugkostenrechnung ab der Hälfte Ihrer Vorbereitung täglich.

Drei Zeitmodelle im Vergleich

ModellDauerTagesaufwandGesamtstunden (ca.)Geeignet für
Express2 Wochen5–7 Std.60–80Vollzeit-Lernende, Wiederholer
Standard4 Wochen2–3 Std.60–80Berufstätige mit festem Abendrhythmus
Entspannt8 Wochen45–90 Min.60–80Schichtarbeiter, Eltern, wenig Tageszeit

Die Gesamt-Lernzeit ist in allen drei Modellen ähnlich — rund 60 bis 80 Stunden. Der Unterschied liegt allein in der täglichen Intensität. Wählen Sie das Modell, das zu Ihrem Alltag passt: Ein Plan, den Sie nicht durchhalten, bringt Ihnen nichts.

Welche Lernmaterialien Sie brauchen — unabhängig vom Zeitmodell sind drei Bausteine unverzichtbar:

  • Eine Wissensquelle für die Theorie (Seminar, Lehrbuch oder Online-Kurs).
  • Ein Trainingswerkzeug für Multiple-Choice-Fragen und Kostenrechnungen (digitaler Prüfungstrainer).
  • Ein Blatt mit der Grundstruktur der Fahrzeugkostenrechnung zum Auswendiglernen.

Ergänzend helfen die Gesetzestexte (PBefG, BOKraft) — sie aber vollständig zu lesen ist unnötig. Konzentrieren Sie sich auf die prüfungsrelevanten Paragrafen.

Express-Plan: 2 Wochen (Vollzeit)

Für alle, die in Vollzeit lernen können — zwischen zwei Jobs, im Urlaub oder mit einer geförderten Weiterbildung. Dieser Plan verlangt vollen Einsatz: berufsbegleitend in zwei Wochen vorzubereiten ist unrealistisch.

WocheVormittag (3 Std.)Nachmittag (2–3 Std.)
Woche 1Theorie: PBefG, BOKraft, PBZugV – Konzessionsrecht, Taxi vs. Mietwagen, Beförderungs-/Rückkehrpflicht, FahrzeugausstattungArbeitsrecht, Sozialrecht, Steuerrecht – ergänzt durch MC-Training mit dem Prüfungstrainer
Woche 2Fahrzeugkostenrechnung: Struktur lernen, dann täglich 1–2 komplette Rechnungen durcharbeitenPrüfungssimulation: komplette Teile 1 und 2 unter Zeitdruck, Schwächen gezielt nacharbeiten

Nutzen Sie die Abende für kurze Wiederholungseinheiten mit Multiple-Choice-Fragen — 20 Minuten genügen, um den Tagesstoff zu festigen. Wenn Sie die Abende erschöpft erleben, ist der 4-Wochen-Plan die bessere Wahl.

Tagesbeispiel Woche 1 — so kann ein Express-Tag aussehen:

  • Vormittag (9:00–12:00): PBefG §§ 47–49 durcharbeiten, das Konzessionsverfahren verstehen, Taxi und Mietwagen vergleichen und in eigenen Worten zusammenfassen.
  • Nachmittag (13:30–16:00): 30 Multiple-Choice-Fragen zum PBefG mit dem Prüfungstrainer lösen, falsche Antworten analysieren, Lücken notieren.
  • Abend (19:00–19:30): kurze Wiederholung — fünf Kernfakten des Tages ohne Unterlagen aufschreiben.

Standard-Plan: 4 Wochen (berufsbegleitend)

Der sicherste Plan für die meisten Berufstätigen: zwei bis drei Stunden täglich, am Wochenende etwas mehr. Dieses Modell empfehlen wir den meisten Teilnehmern in den Seminaren.

WocheSchwerpunktTagesaufwand
Woche 1Grundlagen: PBefG (§§ 47, 49), BOKraft, Konzessionsrecht – Taxi vs. Mietwagen verstehen2 Std. abends + 3 Std. Sa
Woche 2Kaufmännische Themen: Buchführung, Steuern, Sozialversicherung, Arbeitsrecht. Einstieg Kostenrechnung (Struktur verstehen)2 Std. abends + 3 Std. Sa
Woche 3Kostenrechnung intensiv: täglich 1 komplette Rechnung + MC-Training der Sachgebiete aus Woche 1–22–3 Std. abends + 3 Std. Sa
Woche 4Prüfungssimulation: komplette Teile unter Zeitdruck, Schwächen gezielt schließen, letzte Unsicherheiten klären2–3 Std. abends + 4 Std. Sa/So

Woche 3 ist die entscheidende Woche — hier fließen Theorie und Rechnung zusammen. Zeigt sich dabei, dass die Kostenrechnung noch nicht sitzt, investieren Sie die zusätzliche Zeit ins Rechnen statt in eine erneute Theorie-Wiederholung.

Die Rolle des Wochenendes: Samstage und Sonntage sind keine Pause, sondern Ihre produktivsten Lerntage. Der Samstag bietet Platz für längere Einheiten — eine komplette Kostenrechnung, eine umfassende Sachgebiets-Wiederholung oder eine volle Prüfungssimulation. Der Sonntag ist flexibel: Puffer für Themen, die mehr Aufmerksamkeit brauchen, oder ein echter Ruhetag, wenn Sie im Plan liegen.

Entspannt-Plan: 8 Wochen (minimaler Tagesaufwand)

Für alle mit wenig Tageszeit: Schichtarbeiter, Eltern oder Menschen mit mehreren Jobs und nur kurzen Lernfenstern. Kleine tägliche Einheiten, verteilt über einen längeren Zeitraum.

PhaseWochenSchwerpunktTagesaufwand
Aufbau1–3PBefG, BOKraft, PBZugV – ein Sachgebiet pro Woche, abends MC-Fragen45–60 Min.
Vertiefung4–5Steuern, Arbeitsrecht, Sozialrecht – parallel Einstieg in die Kostenrechnung60–90 Min.
Rechnung6–7Kostenrechnung täglich üben (1 Rechnung pro Tag) + Wiederholung der Theorie60–90 Min.
Simulation8Komplette Prüfungssimulationen, Schwächen schließen60–90 Min. + Sa/So intensiv

Nutzen Sie kurze Wartezeiten (Pendeln, Mittagspause) für Multiple-Choice-Übungen am Smartphone. Die Kostenrechnung dagegen verlangt konzentrierte Einheiten am Schreibtisch.

Vorteil des 8-Wochen-Plans: genug Zeit für mehrfache Wiederholung der Sachgebiete. Risiko: die Motivation über acht Wochen zu halten. Setzen Sie sich Wochen-Meilensteine (z. B. „Woche 3 geschafft: PBefG, BOKraft, PBZugV sitzen“) und feiern Sie kleine Erfolge.

Sonderthema: Die Fahrzeugkostenrechnung einplanen

Die Fahrzeugkostenrechnung steckt in Teil 2 der Prüfung und gilt als häufigster Stolperstein. Sie verlangt andere Fähigkeiten als die Theoriefragen: Auswendiglernen allein genügt nicht — der Rechenweg muss so oft wiederholt werden, bis er automatisch sitzt. Arbeiten Sie sich in vier Stufen vor:

PhaseZielMethode
1. Struktur verstehenFeste vs. bewegliche Kosten unterscheiden, Positionen kennenSchema lesen und nachlegen, ohne zu rechnen
2. Begleitet rechnenErste Rechnungen mit Anleitung durcharbeitenMusterrechnung Schritt für Schritt nachrechnen
3. Selbstständig rechnenRechnung ohne Hilfe durchführen könnenVerschiedene Zahlensätze, 1 Rechnung pro Tag
4. Unter Zeitdruck rechnenRechnung in max. 25–30 Minuten abschließenTimer stellen, Prüfungssimulation Teil 2

Die Phasen 1 und 2 gehören in die erste Hälfte Ihrer Vorbereitung, die Phasen 3 und 4 in die zweite. Bis zum Prüfungstag sollten Sie eine vollständige Fahrzeugkostenrechnung rund 8- bis 10-mal mit unterschiedlichen Zahlensätzen durchgerechnet haben — die Struktur sicher zu beherrschen ist wichtiger als jede einzelne Zahl.

Die häufigsten Fehler in der Kostenrechnung sind keine Rechen-, sondern Strukturfehler: vergessene Positionen, vertauschte feste und bewegliche Kosten oder ein an der falschen Stelle angesetzter kalkulatorischer Unternehmerlohn. Wer die Struktur beherrscht, rechnet in der Regel auch richtig.

Die letzte Woche: Prüfungssimulation

Egal, für welches Zeitmodell Sie sich entscheiden — die letzte Woche gehört ausschließlich der Simulation. Kein neuer Stoff, nur Wiederholung und das gezielte Schließen von Schwächen.

TagAufgabe
Mo–DiKomplette Simulation Teil 1 (35 Fragen, 60 Min.) + Auswertung: Welche Sachgebiete liegen unter 60 %?
Mi–DoKomplette Simulation Teil 2 (15 Fragen + Kostenrechnung, 60 Min.) + schwache Sachgebiete nacharbeiten
FrLetzte Kostenrechnung unter Zeitdruck + Überblick: PBefG-Kernparagrafen (§§ 47, 49) wiederholen
Sa (Prüfung So/Mo)Nur noch leichte Wiederholung, kein neuer Stoff. Taschenrechner + Ausweis bereitlegen.

Kein Lernmarathon am Vorabend: Der Stoff sitzt oder er sitzt nicht — ein übermüdeter Kopf in der Prüfung ist schlimmer als eine kleine Wissenslücke. Sorgen Sie für ausreichend Schlaf, legen Sie alle Unterlagen bereit (Ausweis, nicht programmierbarer Taschenrechner, Stift) und erscheinen Sie 15 bis 20 Minuten vor Einlass.

Lernplan und Vorbereitung kombinieren

Ein digitaler Prüfungstrainer ergänzt jedes Zeitmodell: Multiple-Choice-Fragen für kurze Lerneinheiten unterwegs, Kostenrechnungen mit wechselnden Zahlensätzen für die Intensivphasen und eine komplette Prüfungssimulation für die letzte Woche.

Ein Präsenzseminar vermittelt den Stoff kompakt an wenigen Tagen — unser Seminar für Taxi und Mietwagen umfasst vier Tage und baut die Kostenrechnung systematisch auf. Das eignet sich ideal als Fundament für den Express- oder Standard-Plan; im Anschluss vertiefen Sie mit dem Trainer und arbeiten Ihren Plan bis zum Prüfungstermin ab.

Fazit – drei Regeln für jeden Plan

Jeder der drei Lernpläne führt zum Erfolg — entscheidend ist, dass Sie den Plan wählen, der zu Ihrem Alltag passt, und ihn konsequent durchziehen. Die Gesamt-Lernzeit liegt über alle Modelle hinweg bei rund 60 bis 80 Stunden, verteilt auf 2, 4 oder 8 Wochen. Drei Regeln gelten unabhängig vom Modell:

  • Beginnen Sie mit den Rechtsfragen (PBefG, BOKraft) — sie machen den größten Prüfungsanteil aus.
  • Üben Sie die Fahrzeugkostenrechnung ab der Hälfte der Vorbereitung täglich.
  • Widmen Sie die letzte Woche ausschließlich der Simulation — kein neuer Stoff.

Häufige Fragen

Wie lange muss ich für die Fachkundeprüfung Taxi & Mietwagen lernen?

Erfahrungsgemäß liegt der Gesamtaufwand bei 60 bis 80 Stunden. Diese Zeit lässt sich auf 2, 4 oder 8 Wochen verteilen — entscheidend ist die tägliche Intensität, nicht die Gesamtdauer. Teilnehmer mit kaufmännischem Hintergrund oder Branchenerfahrung brauchen oft weniger; Quereinsteiger sollten den oberen Rand einplanen.

Wie viele Stunden sollte ich pro Tag einplanen?

Das hängt vom gewählten Modell ab: Der Express-Plan (2 Wochen) verlangt 5 bis 7 Stunden täglich in Vollzeit, der Standard-Plan (4 Wochen) 2 bis 3 Stunden abends plus mehr am Wochenende, der Entspannt-Plan (8 Wochen) nur 45 bis 90 Minuten pro Tag. Alle drei summieren sich auf rund 60 bis 80 Stunden.

Wie schwer ist die Fachkundeprüfung Taxi & Mietwagen?

Die Prüfung ist anspruchsvoll, aber mit strukturierter Vorbereitung gut zu schaffen. Der häufigste Stolperstein ist die Fahrzeugkostenrechnung in Teil 2. Wer früh und regelmäßig rechnet und die letzte Woche der Simulation widmet, geht mit deutlich besseren Chancen in den Prüfungstag.

Kann ich die Prüfung ohne Seminar im Selbststudium bestehen?

Das hängt von Ihrem Lerntyp ab. Disziplinierte Selbstlerner mit Vorwissen schaffen es ohne Seminar. Erfahrungsgemäß ist gerade die Kostenrechnung leichter verständlich, wenn sie von einem Dozenten erklärt wird. Die Kombination aus Seminar und eigenständigem Üben mit dem Prüfungstrainer führt zu den besten Ergebnissen.

Welche Themen sind am wichtigsten?

Beginnen Sie mit dem Recht (PBefG, BOKraft, PBZugV) — es macht den größten Prüfungsanteil aus und liefert die Grundlage. Danach folgen die kaufmännischen Themen (Buchführung, Steuern, Sozialversicherung). Der wichtigste Einzelblock zum Üben ist die Fahrzeugkostenrechnung, weil daran die meisten scheitern.

Was ist der schwierigste Teil der Prüfung?

Die Fahrzeugkostenrechnung in Teil 2. Sie verlangt einen sicher beherrschten Rechenweg statt reinem Auswendiglernen. Üben Sie sie bis zum Prüfungstag 8- bis 10-mal mit unterschiedlichen Zahlensätzen — und trainieren Sie zuletzt unter Zeitdruck, denn Sie haben für Teil 2 (15 Fragen plus Rechnung) nur 60 Minuten.

Wie viele Fragen umfasst die Prüfung?

Die schriftliche Prüfung besteht aus zwei Teilen an einem Tag: Teil 1 mit 35 Fragen in 60 Minuten (Gewicht 60 %) und Teil 2 mit 15 Fragen plus einer Fahrzeugkostenrechnung in 60 Minuten (Gewicht 40 %). Die Prüfung ist für Taxi und Mietwagen identisch.

Wie viel Prozent brauche ich zum Bestehen?

Jeder der beiden Teile muss mindestens 50 % erreichen. Wer in beiden Teilen über 70 % liegt, besteht ohne mündliche Prüfung. Liegen beide Teile bei mindestens 50 %, aber nicht beide über 70 %, folgt eine mündliche Ergänzungsprüfung (ca. 30 Min.); dann zählt das schriftliche Ergebnis zu 75 %, die mündliche Prüfung zu 25 %. Unter 50 % in einem Teil gilt die gesamte Prüfung als nicht bestanden.

So bereiten wir Sie gezielt vor

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